
Die Haut braucht ganz besondere Pflege
Die Haut eines Neurodermitikers braucht sehr viel rückfettende Substanzen, dazu Feuchtigkeit, manchmal in akuten Phasen eine Spezialcreme. Viele herkömmliche Produkte werden schon lange nicht mehr vertragen. Mein eigenes Badezimmer sah oft aus wie eine Mischung aus Apothekenhinterzimmer und chemischem Labor.
Die fett- und feuchtigkeitsarme Haut des Neurodermitikers benötigt natürlich noch ganz besondere Pflege. In den akuten Phasen überwiegen Rötung, Überwärmung, Bläschenbildung, nässende Stellen. Hier verlangt die Haut nach Kühlung und wasserreichen Produkten also Gels oder Öl-in-Wasser-Emulsionen. Auch bei Aufenthalt in überwiegend stark geheizten Räumen empfiehlt sich diese Variante.
Wann braucht die Haut was
Man könnte sagen: Je entzündlicher die Haut, desto fettärmer die Behandlung. Auch Gerbstoffe wie beispielsweise Zinkoxid haben sich in dieser Phase bewährt.
In den chronischen Phasen zwischen den Schüben überwiegen Trockenheit, Schuppenbildung, oft tiefe Risse. Damit stellt sie den Nährboden für den nächsten Schub dar. Hier sollte vermehrt Fett zugeführt werden, also eine Wasser-in-Öl-Salbe. Reine Fette und Öle trocknen die Haut aber aus und sollten daher gar nicht verwendet werden.
Außerdem empfiehlt sich ein Wasserbinder, damit die Feuchtigkeit auch dort bleibt, wo sie hingehört. Viele Produkte verwenden Harnstoff dazu, ein Eiweißprodukt, das in der Haut Speicher-Kristalle bildet. Meist findet es sich in der Creme unter dem Namen „Urea“. Kann allerdings bei offenen Stellen manchmal „brennen“. Auch kombinierte Feuchtigkeitsspender und -binder wie Hyaluronsäure können nützlich sein.
Bei mir kam der Durchbruch übrigens, als ich meine gesamte Körperpflege ausschließlich auf Produkte auf Aloe Vera Basis umgestellt hatte.
Gibt es eine Neurodermitis-Diät?
Wenn Sie heute in einer beliebigen Buchhandlung unter dem Stichwort „Neurodermitis“ nach Büchern suchen, so finden Sie bei der Hälfte der Titel eine spezielle Diät beschrieben, lange Listen von Dingen, die man möglicherweise nicht verträgt und daher weglassen sollte. Ebenso komplizierte Beschreibungen, wie man denn seine Unverträglichkeiten herausfindet, und Rezepte, deren Zubereitung ich als reinen Psychoterror beschreiben würde.
Nach meiner gesamten bisherigen Erfahrung als Patient und Therapeut gibt es keine Neurodermitis-Diät!

Defizite in der Ernährung ausgleichen
Trotzdem bringt die Beschäftigung mit Ernährung oft den Durchbruch, allerdings nicht durch Weglassen, sondern durch gezieltes Zuführen von Nahrungsbausteinen, die unsere 70 Billionen Körperzellen dringend benötigen.
Auch „gesunde“ Menschen leiden heute an einem Defizit in ihrer Ernährung. Die Regale sind übervoll, wir können uns alles leisten, aber alle diese Produkte haben nur noch den Nährstoffgehalt eines leeren Schuhkartons. Ich hatte nicht nur Neurodermitis, doch wurden alle anderen Befindensstörungen wie Haarausfall, ständige Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen etc. jahrelang als Begleiterscheinungen dieser Krankheit gewertet. Aber was, wenn es umgekehrt wäre? Was, wenn mein Körper sich schon jahrelang in einer Unterversorgung befinden würde und die Neurodermitis nur der letzte Tropfen war, auf den mein mangelernährter Körper einfach nicht mehr reagieren konnte, da alle Bausteine für eine Reparatur aufgebraucht waren? (Genaueres hiezu finden Sie in meinen Büchern).
Seelische Spannungen über die Haut austragen
Aus Sicht der Naturheilkunde gibt es genau genommen keine Hautkrankheiten, sondern nur Krankheiten, die sich über die Haut ausdrücken. Neurodermitis ist eine Erkrankung des Menschen in seiner Umwelt, mit einer Neigung, seelische Spannungen über die Haut auszutragen. Je nach Ansatzpunkt behandeln die verschiedenen Verfahren daher auch die Haut als Entgiftungsorgan, stärken generell das Immunsystem, unterstützen den Körper bei seinem Kampf gegen allergieauslösende Stoffe oder helfen der Seele, sich nicht mehr länger „aufzukratzen“. Behandeln Sie daher nicht nur Ihren Körper und Ihre Haut, sondern auch Ihre Seele.
Fragen Sie sich: Was juckt Sie wirklich? Bekommen sie genug Streicheleinheiten? Was in Ihnen will hinaus an die Oberfläche und durchbricht dabei Ihre Haut? Und - müssen Sie denn wirklich immer funktionieren?
Fazit
Neurodermitis zerstört mehr als nur die Haut.! Und hier nun die vielleicht wichtigste Erkenntnis beim Heilungsprozess: Liebe steht Ihnen auch ohne Leistung zu, zumindest aber ohne Neurodermitis!
Buchtipp:
Wenn Die Haut zum Freind wird
Verlag: Kral, Berndorf; 2006; Gebundene Ausgabe: 79 Seiten
ISBN-10: 3902447141; ISBN-13: 978-3902447142; EUR 14,90
Hier gehts zum Buchtipp - Wenn die Haut zum Feind wird
Autor Gabriela Vonwald
Jahrgang 1957, verheiratet, 2 erwachsene Töchter, ein Enkelkind
Medizinstudium (abgeschlossenes Physikum),
diplomierte Masseurin, Heilpraktikerausbildung,
Mitglied im Verein Freier Heilpraktiker und Naturärzte e.V.
Zahlreiche Publikationen, Bücher und Vorträge im In- und Ausland
Lebt und arbeitet in Wien
Seit 1985 eigene Praxis
Seit 1991 Privatschule für Wellnessberufe
Webseite: www.vonwald.at
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