
Gesund und fit – durch richtiges Atmen
Richtiges Atmen erhöht unser Wohlbefinden und sorgt für Ruhe und Entspannung. Außerdem verbessert richtiges Atmen unseren Allgemeinzustand.
Ein erwachsener Mensch atmet im Durchschnitt 16 Mal pro Minute, das sind aufs Jahr gerechnet stolze 8,4 Millionen Atemzüge.
Nun sollte man annehmen, dass wir eine Tätigkeit, die wir so oft und unser ganzes Leben lang ausführen, perfekt beherrschen oder wenn nicht, alles daran setzen, es umgehend zu erlernen. Seltsamerweise geben sich aber die meisten Menschen beim Atmen mit einem zum Überleben gerade noch ausreichenden Hecheln zufrieden. Selbst der Laie merkt dies manchmal, vor allem dann, wenn unser Gegenüber nervös ist.
Da ich Atemtherapeutin bin und seit Jahren unterrichte, passiert es mir manchmal, dass ich mich kaum darauf konzentrieren kann, was mir erzählt wird weil ich mich so sehr auf das Atmen meines Gesprächspartners konzentriere. Nicht umsonst wird in Rhetorik- oder Führungskräfteseminaren, ja sogar in Verkaufsschulungen und Telefontrainings auch Atemtechniken unterrichtet.
Richtiges Atmen hält uns
gesund Ökonomisches Atmen kann man genauso erlernen wie Schwimmen oder Radfahren, nur ist es für unsere Gesunderhaltung ungleich wichtiger. Je wirksamer wir atmen, umso besser werden unsere Körperzellen mit Energie versorgt. Ausreichende Energieversorgung ist aber die Voraussetzung dafür, dass die Zellen das Nährstoffangebot auch optimal nützen können. Alle unsere 70 Billionen Körperzellen brauchen Sauerstoff, um Nährstoffe zu verbrennen. Selbst die gesündeste Ernährung nützt nichts, wenn wir nicht ausreichend Sauerstoff dazu zur Verfügung stellen. Man könnte sogar sagen: Eine gute, tiefe Atmung macht schlank, denn nur dann wird unsere Nahrung auch restlos verbrannt.

Der Körper entgiftet durchs Atmen
Und auch der Abtransport der Abfallstoffe ist von der Atmung abhängig. Der größte Teil der in unserem Körper anfallenden Schadstoffe wird über den Atem ausgeschieden, mehr als über Harn, Verdauung und Haut zusammen. Wir reden so oft von Übersäuerung, Ansammlung von Schlackenstoffen. Doch bevor wir uns um teuere Kuren bemühen, Mineralbäder und Basensalze zu uns nehmen oder den teuren Heimtrainer anschaffen, sollten wir einfach mal Atmen lernen. Ökonomisches Atmen macht außerdem die Haut schön.
Die Lunge ist unser größtes Kontaktorgan mit der Umwelt
Unsere Lunge ist, wenn man so will, unser größtes „Kontaktorgan“ mit der Umwelt. Die kleinsten Einheiten der Lunge, in denen der eigentliche Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet, sind die „Lungenbläschen“. Ihre Zahl wird auf etwa 300 Millionen geschätzt. Würde man diese Lungenbläschen aufgeschnitten nebeneinander legen, würde dies der Fläche eines Tennisplatzes entsprechen. Zum Vergleich dazu: Würde man uns das „Fell über die Ohren ziehen“, also unsere Haut ausspannen, erhielte man nur eine Fläche von 1,8m².
Atmung ist individuell
In der Atemtherapie wird von „wirksamer“ oder „ökonomischer“, jedoch nie von „richtiger“ Atmung gesprochen. Die „richtige“, sprich „ideale“ Atmung gibt es nur im theoretischen Modell, weil es auch den „idealen“ Menschen nur im Modell gibt. Atmung ist also niemals richtig oder falsch, sondern ist immer nur den körperlichen und seelischen Zuständen des jeweiligen Menschen angepasst.
Genau bei dieser individuellen Anpassung der Atmung setzt auch die Funktionelle Atemtherapie an. Im Unterschied zu vielen Atemschulen, Atemgymnastik-Kursen, Atemtraining etc. wird keine Standardatmung unterrichtet, nach dem Motto „wenn man nur eine ordentliche Bauchatmung zusammenbringt, ist alles in Ordnung“. Nicht eine theoretische Idealform wird eingeübt, sondern die für den betreffenden Menschen mögliche „Erfordernis-Atmung“. Ein Asthmatiker atmet also nicht falsch, er hat einfach nur Asthma. Würde er richtig im Sinne von „schön“ – wie aus dem Lehrbuch – atmen, würde er ersticken.
Es versteht sich also von selbst, dass solch ein persönliches Training nicht in einer großen, bunt zusammengewürfelten Gruppe stattfinden kann, sondern dass es zunächst einiger auf die Person ausgerichteter Einzelsitzungen bedarf. Dies ist schon allein deshalb notwendig, weil die genaue Diagnose bei der Funktionellen Atemtherapie – also das genaue Beobachten des Ist-Zustandes – am Anfang steht, wie dies bei jeder anderen sorgfältigen und gründlichen Behandlungsart auch der Fall ist.
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