Kneipp-Anwendungen und die Heilkraft des Wassers

Kneipp-Anwendungen und die Heilkraft des Wassers

Kneipp ist mehr als „Wassertreten“ – Kneipp ist eine Lebenseinstellung, die zu Glück und Gesundheit führt!

Bleiben Sie gesund mit der Kneipp-Wassertherapie, denn die Hydrotherapie von Sebastian Kneipp stärkt Ihre Abwehrkraft und heilt zahlreiche Beschwerden.

Sebastian Kneipp (1821–1897) entdeckte die Wirkung der Wasserheilkunde, nachdem er als Student an Tuberkulose erkrankte. Von seinen Ärzten aufgegeben, fand er im „Wasserbüchlein“ des Arztes Johann Siegmund Hahn eine Beschreibung der kraftvollen Wirkung von Wasser auf den Körper. Sofort begann er mit seiner eigenen Wasserkur, lief im Winter zur Donau, stieg kurz ins eiskalte Wasser und eilte wieder heim. Sein Zustand besserte sich stetig – 1852 war er vollständig geheilt.

Die Heilkraft des Wassers

Als Pfarrer Sebastian Kneipp 1855 nach Wörishofen kam, war er bereits als „Wasserdoktor“ bekannt, der sogar schon eine Cholerakranke geheilt hatte. Durch genaues, intensives Beobachten und Erforschen hatte er im Laufe der Zeit eine Kneipp-Wassertherapie gegen zahlreiche Krankheiten wie Rheuma, Gicht, Lupus, Lungen- und Augenerkrankungen entwickelt.

Seine Kneipp-Anwendungen wie kalte Bäder, Ganzwaschungen, Güsse, Wickel und Wassertreten aktivierten das Immunsystem der Kranken und regten Kreislauf, Durchblutung und Stoffwechsel an. Körperliche Bewegung, Heilkräuter und einfache Kost ergänzten die Kneipp-Kur, der sich im Laufe der Jahre bis zu 150 Patienten täglich unterzogen. 

Daneben erwarb sich Sebastian Kneipp fundamentale Kenntnisse in Kräuterheilkunde und Naturmedizin und hielt sein Wissen in mehreren Büchern fest.

Die fünf Säulen der Kneipp-Therapie

Um seinen Patienten zu helfen, fasste Sebastian Kneipp seine Methoden, Erfahrungen und Ansichten zu einem Konzept unter dem Motto: „Die Natur ist die beste Apotheke“ zusammen. Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance bezeichnete er als die „Fünf Säulen der Gesundheit“, die dabei helfen sollten, Krankheiten schon im Vorfeld zu verhindern, denn „Vorbeugen ist besser als heilen“.

Wasser:

Die Wasserkur ist nach wie vor der wichtigste Teil der Kneipp-Therapie, denn nichts aktiviert das Immunsystem so nachhaltig wie Wassergüsse. Zahlreiche Beschwerden und Krankheitssymptome können durch eine Kneipp-Kur erfolgreich behandelt werden, und kneippen kann jeder, kostengünstig, einfach und ohne großen Aufwand im eigenen Badezimmer.

Pflanzen:

Sebastian Kneipp erforschte die Heilkräfte von weit über 40 verschiedenen Pflanzen und verstärkte mit ihnen die Wirkung seiner Kneipp-Anwendungen. Bis heute werden diese Pflanzenextrakte bei der Kneipp-Kur, in der Naturheilkunde und bei Kosmetikprodukten eingesetzt.

Bewegung:

Sport und regelmäßige Bewegung, ohne einseitige oder extreme Belastungen, sind bis heute wesentliche Bestandteile jeder Kneipp-Kur. Spaziergänge, Wandern, Schwimmen und Radfahren fördern die Widerstandskraft, verbessern die Sauerstoffversorgung und beschleunigen den Heilungsprozess beim Kneippen.

Ernährung:

Von Anfang an nahm die einfache, nahrhafte, möglichst naturbelassene Kost einen wichtigen Platz in der Kneipp-Therapie ein, denn Sebastian Kneipp kannte den Zusammenhang zwischen zu reichhaltigen Mahlzeiten und den daraus entstehenden Wohlstandsleiden wie Gicht, Rheuma und Stoffwechselentgleisungen sehr genau. Nach dem Motto: „Mehr von der Pflanze, weniger vom Tier“ plädierte er für frisch zubereitete regionale Kost mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Produkten. Die Mahlzeiten sollten sättigen, den Magen bei der Wasserkur jedoch nicht überlasten und stets in Ruhe eingenommen werden.

Balance:

Kneipps Philosophie der fünf Säulen der Gesundheit basiert darauf, dass alle Säulen in Harmonie und Einklang miteinander sein müssen. Keine darf dominieren, alles muss ausgeglichen sein, damit man gesund wird und bleibt. Für uns moderne Menschen heißt das: Wasserkur, naturbelassene Ernährung, Heilpflanzen und ausreichend Bewegung allein nützen nichts, wenn wir in der Hektik des Alltags keine Zeit mehr für uns selbst haben. Gesund leben bedeutet ausreichend Ruhe, abschalten, regenerieren und Stress abbauen.

Die Regeln der kneippschen Wasserheilkunde sind einfach, praktisch und leicht verständlich. Für eine heilsame Kneipp-Wassertherapie braucht es keine Kurklinik, denn die unterschiedlichen Kneipp-Anwendungen lassen sich problemlos daheim durchführen. Dennoch nutzen viele das angenehme Ambiente, das Wellness-Hotels, die auf Kneipp spezialisiert sind, ihren Gästen bieten – man kann sich ja auch mal verwöhnen lassen, oder?!

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Wirkung und Anwendung der Hydrotherapie

Die Hydrotherapie (Wasserheilkunde) umfasst alle Anwendungen von kaltem und warmem Wasser. Bereits in der Antike bekannt und dann lange vergessen, wurde sie von Sebastian Kneipp zur Behandlung und Vorbeugung chronischer und akuter Krankheiten eingesetzt.

Bei der Kneipp-Wassertherapie werden durch kurze Kaltwasseranwendungen Kältereize gesetzt, die die Blutgefäße erweitern und Blutkreislauf, Stoffwechsel und Abwehrkraft anregen. Wer zum ersten Mal kneippen will, sollte mit sanfteren Wechselanwendungen (warm/kalt) beginnen und den Kältereiz erst allmählich steigern. Bei regelmäßiger Anwendung stärkt die Hydrotherapie das Immunsystem und aktiviert die Selbstheilungskräfte.

Bekannte Hydrotherapie-Maßnahmen

  • Das kalte Armbad wird in der Kneipp-Therapie auch „Kneippscher Espresso“ genannt, denn es wirkt belebend und anregend wie Kaffee.
    Tauchen Sie beide Arme bis zur Oberarmmitte in ein mit kaltem Wasser gefülltes Waschbecken und atmen Sie gleichmäßig und ruhig. Nach 30 bis 40 Sekunden das Wasser sanft abstreifen, ankleiden und die Arme bis zur Erwärmung bewegen.
    Tipp: Für eine besondere Erfrischung streichen Sie zum Abschluss mit nassen Händen über Ihren Nacken.
    Achtung: Bei Herzproblemen diese Kneipp-Anwendungen erst nach Rücksprache mit dem Arzt vornehmen und nur mit warmen Händen/Armen durchführen!

  • Das ansteigende Fußbad ist das bekannteste Erkältungsmittel in der Wasserheilkunde und sollte gleich beim ersten Anzeichen eines Infektes angewendet werden. Auch Rheuma, chronische Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen sowie Menstruationskrämpfe werden damit gelindert.
    Tauchen Sie Ihre Füße in eine Schüssel mit ca. 30 Grad warmem Wasser und lassen Sie während der folgenden 20 Minuten allmählich heißes Wasser hinzulaufen bis zu einer Temperatur von maximal 40 Grad. Nach dem Bad warme Socken über die nassen Füße ziehen und mindestens eine halbe Stunde ruhen oder das Fußbad direkt vor dem Schlafengehen machen.
    Achtung: Nicht anwenden bei Venenleiden, arteriellen Durchblutungsstörungen, diabetischem Fuß und Herzbeschwerden.

  • Ein täglicher Gesichtsguss wirkt wie ein Lifting, verfeinert die Poren, strafft die Gesichtshaut und festigt die Konturen.
    Mit einem sanften kühlen Wasserstrahl zunächst die rechte, dann die linke Gesichtshälfte drei Mal benetzen, zum Schluss drei Mal über dem ganzen Gesicht kreisen. Das Wasser sanft mit der Hand abstreifen und nicht abtrocknen.
    Vorsicht: Diese Wasserkur nicht bei akuten Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen, Neuralgie und Glaukom anwenden!

  • Eine der wirksamsten Kneipp-Anwendungen ist der Schenkelguss. Er wirkt straffend, regt den Lymphfluss an und bekämpft Besenreiser und Krampfadern.
    Führen Sie den Wasserstrahl vom Fußrücken aus an der Beinaußenseite hoch bis zur Leiste und auf der Innenseite wieder herunter. Bein wechseln, zum Schluss die Fußsohlen kalt abspülen. Danach anziehen und bewegen.
    Achtung: Nicht bei akuten Nieren-/Blasenerkrankungen, Ischias und arteriellen Durchblutungsstörungen durchführen.

  • Ein Knieguss hilft gegen schmerzende und chronisch kalte Füße, wirkt ausleitend, Schlaf fördernd und trainiert die Gefäße.
    Führen Sie den Wasserstrahl vom kleinen Zeh über die Wade zur Kniekehle und von der Innenseite des Unterschenkels zur Ferse. Bein wechseln. Danach die Vorderseite der Beine vom kleinen Zeh an bis zu den Knien benetzen. Mit Fußsohlenguss abschließen und warm anziehen.
    Diese Kneipp-Wassertherapie darf nur mit warmen Füßen vorgenommen werden! Kalte Füße vorab mit einem ansteigenden Fußbad erwärmen.
    Achtung: Nie bei akuten Nieren-/Blasenerkrankungen durchführen!

  • Barfußgehen und Tautreten: Die Klassiker der Wasserheilkunde dienen der Abhärtung, stärken das Fußgewölbe, massieren die Fußreflexzonen und bauen Stress ab. Am besten gleich nach dem Aufstehen durchführen. Füße nicht auskühlen lassen!

  • Wassertreten – die berühmteste Kneipp-Therapie regt Stoffwechsel, Durchblutung und Immunsystem an, hilft gegen Migräne und Krampfadern.
    Steigen Sie in eine Wanne mit kaltem Wasser (kniehoch), treten Sie auf der Stelle und ziehen Sie bei jedem Schritt das Bein komplett aus dem Wasser. Aufhören, wenn das Kältegefühl zu stark wird. Das Wasser abstreifen und warm anziehen.

Fazit

Auch wenn der Gedanke an kalte Güsse Sie zunächst schaudern lässt: Kaum etwas stärkt Ihr Immunsystem so nachhaltig wie eine Kneipp-Kur, und die bis heute aktuell gebliebenen 5 Säulen von Sebastian Kneipp helfen Ihnen dabei, Ihre Gesundheit zu erhalten.

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Hinweis: Die Informationen dieser Seite können den Besuch bei Ihrem Heilpraktiker, Homöopathen bzw. beim Arzt für TCM, orthomolekulare Medizin oder Naturheilkunde nicht ersetzen. Nehmen Sie deshalb bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden immer fachkundigen Rat in Anspruch!

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