
Der kleine Mönch Miaoyan
Es gab einen kleinen Mönch namens Miaoyan. Als er einmal den Palast des Kaisers besuchte, erblickte ihn dessen Gemahlin. Die Kaiserin dachte, dass er sehr hübsch und bezaubernd sei und wollte ihn deshalb umarmen. Doch Miaoyan hielt sie auf und sprach: „Sie sollten nicht zu nahe an einen Mönch herantreten.“ Die Kaiserin war damit ganz und gar nicht einverstanden: „Du bist gleich alt wie mein Sohn und es kann nichts falsch daran sein, dich zu umarmen.“ „Was Sie gesagt haben, entspricht den Prinzipien der gewöhnlichen Menschen“, erwiderte Miaoyan, „doch große Dinge haben ihren Anfang oftmals in trivialen Dingen, gerade so wie der Funke eines Feuers eine ganze Steppe in Brand setzen kann oder winzige Wassertröpfchen dennoch in einen sehr harten Fels eindringen können. Viele Dinge entwickeln sich allmählich aus subtilen Dingen und viele kleine Portionen können sich zu einer großen Menge ansammeln. Daher sollte eine weise Person immer Argwohn vermeiden und auch auf die kleinsten Details achten.“ Überdenken wir die Aussage Miaoyans, können wir diese auch auf viele konkrete Lebensbereiche anwenden. Beispielsweise bei Krankheiten: Wenn eine Person ihrer Erkrankung keine Aufmerksamkeit schenkt, bevor diese schwerwiegend geworden ist, wird es für sie schwierig sein, sich von der Erkrankung zu erholen, wenn diese ernsthaft geworden ist. Quelle:
de.clearharmony.net– „Kunst und Kultur“


