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David Matas

David Matas

David Matas (geboren am 29. August 1943) ist Menschenrechtsanwalt und Senior Rechtsberater von B’nai Brith Canada. Seit 1979 führt er eine Privatpraxis in Winnipeg, in der er sich auf Flüchtlings-, Einwanderungs- und Menschenrechtsthemen spezialisiert hat. 2006 wurden David Matas und der Menschenrechtsanwalt David Kilgour international bekannt, durch die Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes „Blutige Ernte“ und dessen Verbreitung in Regierungs-, Menschenrechts- und medizinischen Fachkreisen. Aufgrund dieser Menschenrechtsarbeit wurden beide 2010 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Ausbildung

David Matas wurde in Winnipeg, Kanada, geboren. Seine Großeltern waren Einwanderer aus der Ukraine und Rumänien.[1] 1964 erhielt er an der University of Manitoba den Bakkalaureus der Philosophie und 1965 an der Princeton University den Magister der Philosophie. 1967 absolvierte er in England an der University of Oxford den Bakkalaureus für Jurisprudenz und 1968 den Bakkalaureus im Zivilrecht. 1969 arbeitete Matas als Rechtsanwalt für Middle Temple, eine der englischen Anwaltskammern, und schloss sich 1971 der Anwaltskammer von Manitoba an. 

Regierungsarbeit

Während Matas 1969 als Anwalt in England registriert war, diente er gleichzeitig von 1968 bis 1969 als Referendar des  Supreme Court of Canada (Oberster Gerichtshof Kanadas) und war Mitglied des Arbeitskreises für ausländisches Eigentumsrecht der kanadischen Regierung. Von 1971 bis 1972 arbeitete er als Zweiter Kronanwalt Kanadas.

Matas war Mitglied der kanadischen Delegation der Generalversammlung der Vereinten Nationen und arbeitete dort unter anderem im Arbeitskreis für Einwanderungspraktiken & Verfahren; in der kanadischen Delegation auf der Konferenz der Vereinten Nationen zur Etablierung eines Internationalen Strafgerichtshofs 1998 und in der kanadischen Delegation des Stockholmer Internationalen Forums zum Holocaust. Seit 1997 ist Matas Direktor des Internationalen Zentrums für Menschenrechte & Demokratische Entwicklung.[28]

Lehrtätigkeit

Matas lehrte an der McGill University Verfassungsrecht und an der University of Manitoba Einführung in Volkswirtschaft, ökonomische Wirtschaftsprobleme Kanadas, Völkerrecht, Bürgerrecht sowie Einwanderungs- und Flüchtlingsrecht.[28]

Politik

Im Jahr 1979 kandidierte Matas für das kanadische Unterhaus und 1980 bei den Bundestagswahlen als Kandidat der Liberalen im Bezirk Winnipeg-Assiniboine. Bei beiden Wahlen belegte er den zweiten Platz. 

Im Jahr 2009 war David Matas Mitunterzeichner eines Briefes, in dem die Unterzeichnenden ihre Unterstützung des Antrages von UN Watch bekundeten, dass Professor Christine Chinkin nicht geeignet sei, in einer Untersuchungskommission des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen mitzuarbeiten, bei der es um die Beweisfindung ging, ob Israeli und Hamas während des Gaza-Krieges von 2008 bis 2009 möglicherweise an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Der Brief bezieht sich darauf, dass Chinkin bereits vor der Untersuchung ein Schreiben unterzeichnet hatte, in dem er „zum Schluss gekommen war, dass Israel gegen das internationale Gesetz verstoßen hatte.“[2] Deshalb fanden die Unterzeichner, dass die Voraussetzungen der Unparteilichkeit der Untersuchungskommission durch Chinkin nicht mehr gegeben sei. Dennoch wurde  Chinkin nicht aus der Untersuchungsmission entfernt, und half dabei, den Goldstone Report zu erstellen.

In seinem Buch „Aftershock: Anti-Zionism and Anti-Semitism“ (Nachbeben: Antizionismus und Antisemitismus), beschuldigte Matas diejenigen Kritiker, die Israels Besetzung des Westjordanlandes (der West Bank) kritisierten, der Doppelmoral, da sie nicht gleichzeitig die Besetzung Tibets durch China kritisieren würden.[3]

Menschenrechtsarbeit

David Matas war Direktor des Internationalen Verteidigungs- & Unterstützungsfonds für Südafrika in Kanada, Direktor der Kanada-Südafrika-Kooperation, Co-Vorsitzender der Kanadischen Überwachungsgruppe Helsinki Watch, Direktor des Freiheits- und Rechtsverbandes in Manitoba, von Amnesty International, B’nai Brith Canada, der kanadischen Rechtsanwaltskammer, der Internationalen Juristenkommission, des Jüdischen Kongresses in Kanada und Direktor des kanadischen  Flüchtlingsrats.

Er vertrat Lai Changxing wegen dessen Auslieferungsverfahrens in Kanada, das damals durch das auffallend starke Interesse der chinesischen Regierung an dessen Person öffentliches und politisches Interesse auf sich zog.[4]

David Matas vertritt als Anwalt die „Gerechtigkeit für Juden aus arabischen Ländern“ und ist Mitautor von „Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern: Der Fall für Rechte und Rechtsbehelfe.“

Bezüglich den Rechtsfragen über die Verfolgung von Kriegsverbrechen in Bangladesch und wie diese gerichtlich zu belangen sind, legte Matas verschiedene Rechtsschriften vor.

Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China

Lesen Sie hierzu auch: Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China

Im Juli 2006 veröffentlichte David Matas zusammen mit dem ehemaligen Staatsanwalt und kanadischen Staatssekretär David Kilgour „Blutige Ernte – Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen der Organentnahmen an Falun-Gong-Praktizierenden in China“.[5] In ihrem Untersuchungsbericht erwähnen sie, dass „die Organquellen bei 41.500 Organtransplantationen in den Jahren 2000 bis 2005 ungeklärt sind“ und dass sie davon ausgehen, „dass es umfangreiche Organentnahmen an unfreiwilligen Falun-Gong-Praktizierenden gegeben hat und es heute noch gibt.“[5] Im Jahr 2009 veröffentlichten sie ihren aktualisierten Untersuchungsbericht in Buchform.[6] Nach der Veröffentlichung und Übergabe an die Vereinten Nationen, reisten sie in über 50 Länder, um Regierungen, Menschenrechtsorganisationen, medizinische Kreise und die Öffentlichkeit über dieses staatlich sanktionierte Verbrechen zu informieren, das sie selbst als „neue Form des Bösen auf unserem Planeten“ bezeichneten [7] 2012 stellte Matas fest, dass es bis heute immer noch keine erklärbaren Organquellen für die zwischen 2000 und 2005 stattgefundenen Organtransplantationen in China gebe.[8]     

Im Jahr 2012 veröffentlichten David Matas und Dr. med. Torsten Trey in „Staatsorgane: Transplantationsmissbrauch in China“ Aufsätze von Medizinprofessor Dr. Gabriel Danovitch[9] Professor für Bioethik Arthur Caplan,[10] Herz-Lungen-Chirurg Dr. med. Jacob Lavee,[11] Dr. med. Ghazali Ahmad,[12] Professorin für Geriatrie Maria Fiatarone Singh,[13] Dr. med. Torsten Trey,[14] Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann und David Matas.[15][16][17][18][19]

Der Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann befragte über 100 Zeugen und schätzt, dass von 2000 bis 2008 65.000 Falun-Gong-Praktizierende wegen ihrer Organe getötet wurden.[20][21][22][23]

Am 10. November 2015 wiesen David Matas und David Kilgour in Ihrer Rede bei TEDxMünchen darauf hin, dass sich bis heute nichts an dem Verbrechen des staatlich sanktionierten Organraubs an Falun-Gong-Praktizierenden geändert habe, lediglich fahren einige Krankenhäuser nicht mehr damit fort, so unverhohlen dafür zu werben. Darüber hinaus bleibe die chinesische Regierung weiterhin die Antwort schuldig, woher die Organe für die Transplantationen kommen.[32]

Artikel

Vorträge 

Bücher

  • Justice Delayed: Nazi War Criminals in Canada (1987) with Susan Charendoff, ISBN 978-0920197424
  • Closing the Doors: The Failure of Refugee Protection (1989) with Ilana Simon, ISBN 978-0920197813
  • The Sanctuary Trial (1989), ISBN 978-0921242024
  • No More: The Battle Against Human Rights Violations (1996), ISBN 978-1550022216
  • Bloody Words: Hate and Free Speech (2000), ISBN 978-1553310006
  • Aftershock: Anti-Zionism & Antisemitism (2005), ISBN 978-1550025538
  • Bloody Harvest, The killing of Falun Gong for their organs (2009) (in Deutsch) with David Kilgour
  • Staats-Organe: Transplantationsmissbrauch in China (2013), ISBN 978-86239-111-0
  • Why did you do that? Autobiography of a Human Rights Advocate (2105), Seraphim Editions, ISBN 978-1927079348

Auszeichnungen

David Matas ist Preisträger zahlreicher Ehren und Auszeichnungen, unter anderem:

  • Konföderationsmedaille des Generalgouverneurs im Jahr 1992
  • Auszeichnung für hervorragende Leistung von dem Manitoba Bund für Freiheitsrechte im Jahr 1996
  • Menschenrechtspreis der Liga für Menschenrechte der B’nai Brith Kanada, Mittelwest Region, im Jahr 1999
  • Person des Jahres 2006 der Interreligiösen Bruderschaft Vancouver
  • Manitoba Bar Association Distinguished Service Award 2008
  • University of Manitoba Distinguished Alumni Award for Lifetime Achievement[28]
  • Ernennung zum Mitglied des Order of Canada am 30. Dezember 2008.[25]
  • Canadian Bar Association National Citizenship and Immigration Section Achievement Award 2009[28]
  • Menschenrechtspreis 2009 der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in der Schweiz für David Matas und David Kilgour für ihre Untersuchungen und Aufklärungsarbeit über den Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China[28]
  • Nominierung für den Friedensnobelpreis 2010 für David Matas und David Kilgour für ihre Untersuchungen und Aufklärungsarbeit über den Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China[7] (Nominiert von Boris Wrzesnewskyj)
  • University of Manitoba Distinguished Alumni Award for Lifetime Achievement 2014[29]
  • Carthage International Award for Peace and Defence of Human Rights, Rom, 10. Juli 2014[31]

Dokumentarfilme

David Matas erschien in

  • „Red Reign: The Bloody Harvest of China's Prisoners” (2013),[26][30]
  • „Davids and Goliath“ (2014).[27]

Externe Verweise

Referenzen 

  1. David Matas: Revisiting Human Rights, Epoch Times, 29. August 2010
  2. http://blog.unwatch.org/wp-content/uploads/2009/09/cdn-lawyers-support-recusal-of-biased-un-fact-finder-sept-11-09doc.pdf
  3. https://books.google.com.au/books?id=DYR7SqcMe9gC&lpg=PA67&pg=PA67&hl=en#v=onepage&q&f=false
  4. Bill Benedict, „China’s most wanted man admits guilt“, cleveland.com, 9. August 2009
  5. David Kilgour, David Matas, „Blutige Ernte – Untersuchungsbericht zu den Anschuldigungen der Organentnahmen an Falun-Gong-Praktizierenden in China“ (erweiterte Ausgabe, 31. Januar 2007), organharvestinvestigation.net, 6. Juli 2006, (kostenlos in 22 Sprachen)
  6. David Kilgour, David Matas „Bloody Harvest, The killing of Falun Gong for their organs”, seraphimeditions.com, 2009, Seite 232
  7. „Crusader up for Nobel Prize, Lawyer lauded for investigating abuses in China“, Winnipeg Free Press, 20. Februar 2010
  8. Killed for Organs: China's Secret State Transplant Business, YouTube Video, 2012, 8 Minuten
  9. G Danovitch Artikel, US National Library of Medicine (Staatsbibliothek für Medizin USA)
  10. AL Caplan Artikel, US National Library of Medicine
  11. J Lavee Artikel, US National Library of Medicine
  12. G Ahmad Artikel, US National Library of Medicine
  13. M Fiatarone SinghArtikel, US National Library of Medicine
  14. T Trey Artikel, US National Library of Medicine
  15. „State Organs: Introduction“, seraphimeditions.com
  16. Rebeca Kuropatwa, „New Matas book reveals transplant abuse“, Jewish Tribune, 19. September 2012
  17. Mark Colvin, „Parliament to hear evidence of transplant abuse in China“, Australian Broadcasting Corporation, 27. November 2012
  18. Matthew Robertson, „Book Exposes Organized Killing for Organs in China“, The Epoch Times, 31. August 2012
  19. David Matas, Dr. Torsten Trey, State Organs, Transplant Abuse in China, eraphimeditions.com, 2012, Seite 144
  20. Jay Nordlinger, „Face The Slaughter: The Slaughter: Mass Killings, Organ Harvesting, and China’s Secret Solution to Its Dissident Problem, by Ethan Gutmann“, National Review, 25. August 2014
  21. Viv Young, „The Slaughter: Mass Killings, Organ Harvesting, and China’s Secret Solution to Its Dissident Problem“, New York Journal of Books, 11. August 2014
  22. Barbara Turnbull, „Q&A: Author and analyst Ethan Gutmann discusses China’s illegal organ trade“, The Toronto Star, 21. Oktober 2014
  23. Ethan Gutmann, The Slaughter: Mass Killings, Organ Harvesting and China’s Secret Solution to Its Dissident Problem, „Durchschnittliche Anzahl von Falun Gong im Laogai System zu einem festgelegten Zeitpunkt“ Niedrige Schätzung 450.000, Hohe Schätzung 1.000.000 Seite 320. „Beste Schätzung von Falun Gong entnommen 2000 bis 2008“ 65.000, Seite 322. amazon.com, August 2014
  24. „David Matas“, Seraphim Editions
  25. Governor General Announces New Appointments to the Order of Canada
  26. „Red Reign trailer“, (4 Minuten) youtube, 30. Juli 2013
  27. „Davids and Goliath“ (Teil 1 von 5), (14 Minuten) youtube, 28. November 2014
  28. David Matas, The Holocaust and the United Nations Outreach Programme
  29. David Matas, „Distinguised Alumin Award für Lifetime Achievement“, University of Manitoba, 1. Mai 2014
  30. Red Reign (der Film), Masha Savitz
  31. Carthage International Award for Peace and Defence of Human Rights, Rom, 10. Juli 2014
  32. David Kilgour, David Matas, „TEDxMünchen 2015“, 10. November 2015

Copyright

Dies ist eine freie und redaktionell bearbeitete Übersetzung des englischsprachigen Artikels David Matas, aus der freien Enzyklopädie Wikipedia, und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Foto: Alexander M. Hamrle, Wikimedia Commons, unter Creative Commmons Lizenz

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