Zuletzt aktualisiert: 11.08.2026

Seife selber machen – Rezept und Anleitung Seife

Lesezeit: ca. 6 Min.
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Rosa Lavendelseife mit getrocknetem Lavendel und lila Badesalz auf Jute

Auf einen Blick

Seife selber zu machen ist einfacher, als viele denken – und Sie bestimmen selbst, was hineinkommt. Für den schnellen Einstieg genügt fertige Rohseife zum Schmelzen. Wer echte Seife von Grund auf rühren möchte, arbeitet mit der Kaltverseifung – dafür sind etwas Vorbereitung und konsequenter Schutz beim Umgang mit Natronlauge nötig.

  • Zwei Wege: Rohseife schmelzen (Anfänger, ohne Chemie) oder Kaltverseifung (echte Seife von Grund auf).
  • Zeit: Rohseife ca. 30 Minuten aktiv; kaltgerührte Seife braucht 4–6 Wochen Reifezeit.
  • Sicherheit: Bei der Kaltverseifung immer Schutzbrille und Handschuhe tragen – Natronlauge ist stark ätzend.
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Ob duftende Lavendelseife, ein mildes Stück für empfindliche Haut oder ein hübsches Mitbringsel: Seife selber zu machen macht Freude und Sie haben die volle Kontrolle über Zutaten und Duft. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen zwei Wege – den unkomplizierten Einstieg mit fertiger Rohseife und die klassische Kaltverseifung, mit der Sie Ihre Seife wirklich von Grund auf selbst herstellen. Beide Methoden erkläre ich Schritt für Schritt, damit Sie sicher zum ersten eigenen Stück kommen.

So vielseitig ist selbst gemachte Seife

Welche Methode passt zu Ihnen?

Bevor Sie loslegen, hilft eine kurze Entscheidung. Beide Wege führen zu schöner Seife – sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand und darin, wie viel Sie selbst „von Grund auf“ machen.

  • Rohseife schmelzen (Melt & Pour): Ideal für den Einstieg und für Kinderprojekte (unter Aufsicht). Sie schmelzen fertige, unparfümierte Seifenmasse, geben Farbe und Duft dazu und gießen sie in Formen. Ohne Umgang mit Lauge, in unter einer Stunde fertig. Wie das im Detail funktioniert, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt im Ratgeber Seife schmelzen.
  • Kaltverseifung (Cold Process): Die „echte“ Seifensiederei. Sie verrühren Pflanzenöle mit Natronlauge – dabei entsteht durch Verseifung die Seife. Mehr Aufwand, klare Schutzmaßnahmen nötig, dafür volle Kontrolle über jede Zutat.

Sicherheit zuerst: der Umgang mit Natronlauge

Dieser Abschnitt betrifft nur die Kaltverseifung. Für das Schmelzen von Rohseife brauchen Sie keine Lauge und keine besondere Schutzausrüstung. Natriumhydroxid (Ätznatron), aus dem die Natronlauge angerührt wird, ist stark ätzend. Mit den richtigen Vorkehrungen ist das Arbeiten damit aber gut beherrschbar:

  • Schutz tragen: Schutzbrille, langärmlige Kleidung und laugenbeständige Handschuhe sind Pflicht.
  • Reihenfolge beachten: Immer das Natriumhydroxid ins Wasser geben – niemals Wasser in die Lauge. Dabei entsteht Hitze und Dampf.
  • Gut lüften: Beim Anrühren entstehen Dämpfe. Arbeiten Sie am offenen Fenster oder unter der Dunstabzugshaube und atmen Sie die Dämpfe nicht ein.
  • Kinder und Tiere fernhalten: Richten Sie sich einen ruhigen, freien Arbeitsplatz ein.
  • Notfall: Halten Sie Wasser und Haushaltsessig bereit. Laugenspritzer auf der Haut sofort mit reichlich Wasser abspülen.

Gut zu wissen: In der fertigen, ausgereiften Seife ist keine freie Lauge mehr enthalten – sie wird beim Verseifen vollständig umgesetzt. Die Vorsicht gilt nur für die Herstellung.

Methode 1: Seife aus Rohseife – der einfache Einstieg

Das brauchen Sie

  • 250 g unparfümierte Rohseife (Glycerin- oder Kernseifenbasis)
  • 1–2 TL Pflanzenöl (z. B. Mandel- oder Jojobaöl) für Geschmeidigkeit
  • Ätherisches Öl oder Seifenduft nach Wunsch (wenige Tropfen)
  • Optional: Lebensmittel- oder Seifenfarbe, getrocknete Blüten, Kräuter
  • Silikonform, hitzefeste Schüssel, Topf für ein Wasserbad

Schritt für Schritt

  1. Zerkleinern: Rohseife in kleine Würfel schneiden – so schmilzt sie gleichmäßig.
  2. Schmelzen: Im Wasserbad langsam bei niedriger Hitze schmelzen, gelegentlich umrühren. Nicht kochen lassen.
  3. Verfeinern: Vom Herd nehmen, Pflanzenöl, Duft und Farbe einrühren.
  4. Gießen: Die Masse zügig in die Form füllen. Luftblasen an der Oberfläche mit etwas Alkohol aus einer Sprühflasche verschwinden lassen.
  5. Aushärten: 2–3 Stunden fest werden lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen.
Violette Lavendel-Seifenmasse wird beim Seife selber machen in eine Silikonform gegossen
Die Seifenmasse zügig in die Form gießen, damit sie gleichmäßig verläuft. (Bild erstellt mit Gemini)

Methode 2: Kaltverseifung – echte Seife von Grund auf

Bei der Kaltverseifung stellen Sie Seife wirklich selbst her. Bitte lesen Sie vorher den Abschnitt zur Sicherheit und wiegen Sie alle Zutaten grammgenau ab – beim Seifensieden kommt es auf das richtige Verhältnis an. Das folgende Grundrezept ergibt ein mildes Stück und eignet sich gut für den ersten Versuch.

Das brauchen Sie

  • 500 g Pflanzenöle (z. B. 250 g Olivenöl, 150 g Kokosöl, 100 g Rapsöl)
  • {{Natriumhydroxid-Menge exakt aus einem Seifenrechner ermitteln}} g Natriumhydroxid (NaOH)
  • {{Wassermenge lt. Rechner}} g destilliertes Wasser
  • Ätherische Öle, Farbe oder Kräuter nach Wunsch
  • Küchenwaage, Stabmixer, zwei hitzefeste Gefäße, Thermometer, Seifenform
  • Schutzbrille, Handschuhe, langärmlige Kleidung

Wichtig: Die exakte Lauge- und Wassermenge hängt von den verwendeten Ölen ab. Berechnen Sie sie immer vorab mit dem Seifenrechner unten und planen Sie eine Überfettung von 7–9 % ein, damit die Seife hautfreundlich und mild wird.

Seifenrechner

Tragen Sie die Mengen Ihrer Öle in Gramm ein. Der Rechner ermittelt daraus die benötigte Natronlauge (NaOH) und die Wassermenge.

Wichtig: Die Werte sind Richtwerte auf Basis durchschnittlicher Verseifungszahlen. Wiegen Sie grammgenau, prüfen Sie das Ergebnis vor dem Seifensieden mit einem zweiten Seifenrechner gegen und tragen Sie beim Anrühren der Lauge immer Schutzbrille und Handschuhe. Natronlauge ist stark ätzend.

Schritt für Schritt

  1. Lauge anrühren: Natriumhydroxid vorsichtig ins destillierte Wasser geben (nie umgekehrt) und rühren, bis es sich löst. Die Lauge wird heiß – an einem gut belüfteten Ort abkühlen lassen.
  2. Öle erwärmen: Feste Öle schmelzen, mit den flüssigen mischen. Ziel sind bei Lauge und Ölen etwa 35–40 °C.
  3. Zusammenführen: Die Lauge langsam zu den Ölen gießen und mit dem Stabmixer rühren, bis die Masse andickt (der sogenannte „Seifenleim“ zieht sichtbare Spuren – die Verseifung beginnt).
  4. Verfeinern: Duft, Farbe und Kräuter unterrühren und zügig weiterarbeiten.
  5. In die Form: Die Masse in die Form füllen, abdecken und 24–48 Stunden ruhen lassen.
  6. Schneiden & reifen: Ausformen, in Stücke schneiden und 4–6 Wochen luftig trocknen lassen. Erst nach dieser Reifezeit ist die Seife mild und gebrauchsfertig.

Tipps für schöne Ergebnisse

  • Natürlich färben: Kurkuma für Gelb, Spirulina für Grün, Tonerde für sanfte Erdtöne.
  • Dezent duften: Ätherische Öle sparsam dosieren – weniger wirkt oft hochwertiger und ist hautfreundlicher.
  • Sauber lagern: Fertige Seife an einem trockenen Ort mit Luftzirkulation aufbewahren, dann hält sie lange.
  • Verschenken: In Butterbrotpapier gewickelt und mit Kordel gebunden wird jedes Stück zum kleinen Geschenk.

Häufige Fragen zum Seife selber machen

Kann ich Seife ganz ohne Natronlauge herstellen?

Ja. Mit fertiger Rohseife (Melt & Pour) kommen Sie ohne Lauge aus – Sie schmelzen die Masse nur, verfeinern sie und gießen sie in Form. Das ist der einfachste Einstieg und auch mit Kindern (unter Aufsicht) gut machbar.

Wie lange muss selbst gemachte Seife trocknen?

Kaltgerührte Seife braucht 4–6 Wochen Reifezeit an einem luftigen Ort. In dieser Zeit verdunstet überschüssiges Wasser und die Seife wird mild und lange haltbar. Seife aus Rohseife ist dagegen nach wenigen Stunden fertig.

Warum wird meine Seife nicht fest?

Meist stimmt das Verhältnis von Ölen, Wasser und Lauge nicht. Wiegen Sie alle Zutaten grammgenau ab und berechnen Sie die Laugenmenge vorab mit einem Seifenrechner. Zu viel Wasser verlängert außerdem die Trocknungszeit.

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Quellen & weiterführende Informationen

Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Diese Stellen liefern verlässliche, geprüfte Informationen rund um den sicheren Umgang mit Chemikalien und um selbst hergestellte Kosmetik. So können Sie selbst entscheiden, was zu Ihrem Alltag passt.

Sicherheit & Risikobewertung

  • BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung: Hinweise zum sicheren Umgang mit ätzenden Haushaltschemikalien wie Natriumhydroxid. BfR
  • BAuA – Bundesanstalt für Arbeitsschutz: Grundlagen zu Gefahrstoffen und Schutzmaßnahmen. BAuA

Verbraucherschutz

  • Verbraucherzentrale: Einordnung und Hinweise zu selbst hergestellter Kosmetik. Verbraucherzentrale

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Beim Herstellen von Seife mit Natronlauge arbeiten Sie mit einer ätzenden Substanz – halten Sie die genannten Schutzmaßnahmen ein und lassen Sie Kinder nur unter Aufsicht mitmachen.

Tolle Seifenrezepte um Seife selbst herzustellen

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