
Chinesische Kleider: Wie die Hanfu-Geschichte ihren Lauf nahm ...
Die Hanfu-Tradition ist untrennbar mit der Seidengewinnung verbunden. Luo Zu, die Frau des ersten Kaisers, Huang Di, soll mit der Zucht von Seidenraupen begonnen und das Volk die Seidenweberei gelehrt haben. Davor verwendete man Tierhäute oder Leinen als Stoff.
Politik per Kleiderordnung
In Huang Di´s Zeit entwickelte sich eine Kleiderordnung aus dem Hofzeremoniell. Diese Standestrachten und die damit einhergehende Etikette-Kultur etablierte sich in den späteren Dynastien noch klarer. Wie prägend die Verbindung von Kleidung und zeremoniellem Gebrauch für die Kultur war, beschrieb der Tang-Gelehrte Kong Yingda wie folgt:
„Es gibt die Pracht der Riten und Etikette, die „Xia“ (夏) genannt werden und die Schönheit der Bekleidung und des Schmucks die Hua (華) genannt werden.“ Huaxia (華夏) wurde zur Bezeichnug für das, was die chinesischen Nationen kulturell vereinigte.
In der West-Zhou Zeit war die Kleiderordnung fest etabliert. Die Einführung eines Vasallensystems in der Zhou Zeit verlangte die strenge Unterscheidung von Adel und Volk. Fürsten und Adel mussten entsprechend Stand und
Anlass gekleidet sein.
Hatte in der Han-Zeit bereits ein kultureller Austausch mit anderen Völkern für buntere und verspieltere Kleidung gesorgt, so erreichte dieser seine Blüte in der Tang Dynastie, wo über die Seidenstraße unter anderem Araber und Perser ihre Kultur importierten.
Die farbenfrohen, prächtigen chinesischen Kleider begleitete die Hochblüte in Kultur, Politik und Wirtschaft.
Die Färbe- und Webtechniken erreichten Höchststandards, man achtete nicht nur auf Stoff qualität und Farbabstimmung sondern auch auf die geschmackvolle Kombination der Muster. Große Blumenmotive, vor allem Pfingstrosen, wurden von Männern und Frauen getragen, das passte gut zu den großzügig geschnittenen Ärmeln, die fasst bis zum Boden reichten und das Markenzeichen der Tang-Zeit wurden.
Diese Mode beeinflusste den japanischen Kimono oder die traditionelle koreanische Tracht.

Die Extravaganz der Tang-Damen
Erstmals gab es décolletierte Damenmode: Über ein eng anliegendes Kleid mit Taille unter der Brust, trug die Dame ein vorn kurz geschnittenes Jäckchen, dass in einer langen Schleppe auslief. Oft war es aus feinem, gar transparentem Stoff , was der Trägerin ätherisch-schwebende Grazie gab. Die Damenbekleidung ähnelte sehr den Bildern von himmlischen Feen, so wie sie in den buddhistischen Grotten von Dunhuang gemalt waren.
Auch die Schönheitspflege der Tang-Damen war aufwendig: Sie verwendeten Puder, Rouge, symmetrische Schönheitsflecken auf beiden Wangen, Augen- und Lippen-Makeup. Es gab sogar mehrere verschiedene Trends zur extravaganten Betonung der Augenbrauen.

In der Song-Dynastie brachten die Daoisten, mit ihrer Philosophie „die Himmlischen Gesetze bewahren, die Menschliche Begierden loslassen“ die Nüchternheit zurück in die Mode. Da die ganze Gesellschaft dieses daoistische Ideal lebte, suchte man schlichtere und natürlichere Bekleidungsformen.
Bei den Frauen gab es getrennte Oberteile und Röcke. Der elegante, knielange Übermantel „bei zi“ tauchte variantenreich mit langen, halblangen und kurzen Ärmeln auf.
In der Ming-Zeit gab es eine besonders interessante Beamtenbekleidung, bei der die neun Ränge der Beamten durch Farbe sowie ein appliziertes Tier-Motiv unterschieden wurden, das in einem Quadrat auf die Brust gestickt war:

Die Zivilbeamten waren an Vögeln erkennbar, die vom Kranich bis zur Ente verschiedene Tugenden symbolisierten. Die Militärbeamten trugen Raubtiere, wie Tiger und Drachen als Merkmal.
Rot trugen die Beamten der ersten bis vierten Stufe, dunkelblau die der fünften bis siebten, grün trug Rang acht und neun.
Für Frauen war in der Ming-Zeit knallrot, gelb und dunkelblau Tabu, dafür trugen sie pink, lila und grün.
Ihre Festtagskleidung hatte einen Kopfschmuck mit Phoenix- und Drachenmotiven.
Text: Dongni Dai / The Epoch Times
Fotos: Dai Bing / The Epoch Times
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