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Nahrungsmittelknappheit macht es schwer Essen aufzutreiben

Neues von Harambee - Februar 2009

Liebe Helfer!

Ganz schlimme Nachrichten aus Kenia, vielleicht haben Sie es ja schon in ausländischen Zeitungen gelesen oder auf CNN gesehen. Und auch von Karani kam heute eine Bestätigungs- SMS, ich habe diesen Mann noch nie so verzweifelt erlebt.

Kenia steuert auf eine riesige Katastrophe hin, die Regierung hat den Notstand ausgerufen, das Rote Kreuz berichtet von sterbenden Kindern – Hunger und Nahrungsmittelknappheit überall.

Hier der Originalton aus dem Spiegel:

Kenia, das Vorzeigeland im Osten Afrikas, ist von einer Nahrungsmittelkrise betroffen, wie es nur wenige in den vergangenen 20 Jahren gegeben hat. Der Präsident hat den Notstand ausgerufen, das kenianische Rote Kreuz meldet die ersten verhungerten Kinder, die Regierung schätzt den Fehlbedarf auf rund 190.000 Tonnen Mais.

Was bedeutet das im Augenblick für uns?

Wir hätten zwar durchaus das Budget für unsere Schulausspeisung wie ursprünglich berechnet, aber wir können damit derzeit nichts kaufen, weil es nichts gibt. Karani versucht derzeit alles nur Mögliche, aber dazu würden wir erheblich mehr Geld brauchen, als wir bei 20,- pro Kind zur Verfügung haben, und dann wissen wir auch noch nicht, wie es morgen aussieht. Aber alle bemühen sich. Die Zeit ist derzeit ausgefüllt mit dem Versuch, Essen aufzutreiben, damit unsere Kids wenigstens eine warme Mahlzeit bekommen, vielleicht nicht so perfekt ausgeklügelt, wie wir gehofft hätten, aber zur Zeit wären wir schon froh über ausreichend Maismehl, um es mit Wasser aufzukochen.

Wir brauchen mehr Sponsoren aus Europa

Die einzige Möglichkeit, in Zukunft besser gerüstet zu sein, sehe ich darin, für noch mehr Kinder Sponsoren aus Europa zu bekommen, damit der Topf, aus dem wir schöpfen können, größer ist und wir auch mal etwas auf Lager legen können oder wirklich jemanden „schmieren“, der dann für unsere Schule Nahrungsmittel auftreibt. Mein Ziel wäre es, für jedes einzelne Kind unserer Schule einen Schulpaten zu haben. Ach ja, seit Sonntag schwimme ich in den Fotos von fast 50 neuen Kindern, brauche nur noch die nötigen Infos dazu, und dann kann ich alles übersetzen und Ihnen präsentieren. Wir werden dann doch wieder alle Kinder auf die Homepage stellen.

Unsere Klassenaufteilungen

Ein paar Erklärungen an dieser Stelle zu unseren Klassenaufteilungen, und warum wir derzeit doch viel mehr Kinder aufgenommen haben, als es europäischer Standard wäre.

Manche Paten wundern sich vielleicht, warum ihr Kind – solange es in die Vorschule geht – nicht jedes Jahr eine Klasse hinaufsteigt, vielleicht zweimal in der Nursery 1 ist. Zunächst einmal darf man nicht den Fehler machen, die kenianische Nursery mit unserem Kindergarten zu vergleichen. In der Nursery wird schon viel gelernt, vor allem Englisch. Unsere Kinder sind, wenn wir sie sozusagen von der Straße holen, meistens schwer traumatisiert, auf jeden Fall aber verschreckt, unterernährt, verwurmt und einfach schwach. Dass man ihnen etwas Gutes tun will, sind sie schlicht und einfach nicht gewöhnt. Daher ist das erste Jahr oft eine Phase, die Kinder dringend brauchen, um zur Ruhe zu kommen. Und diese Ruhe gönnen wir ihnen dann manchmal noch ein weiteres Jahr.

Meistens haben wir auch Geschwisterkinder in ganz unterschiedlichen Altersstufen. Und aus sozialen Gründen lassen wir dann die jüngeren manchmal ein Jahr länger in den ersten Klassen, damit der ältere Bruder die Chance hat, seinem Alter entsprechend weiter zu sein. Oder umgekehrt, Geschwister wollen unbedingt zusammen bleiben, weil sie gerade die Eltern verloren haben oder etwas Schlimmes durchgemacht.

Auf keinen Fall hat es in den Nursery-Klassen etwas damit zu tun, dass ein Kind schlecht lernt oder sich nicht bemüht. Eines gebe ich aber gern zu, die Mädchen sind nahezu immer schneller in der Entwicklung und lernen grundsätzlich besser.

Und warum haben wir so viele Kinder?

Ziel sollte ja sein, maximal 30 Kinder pro Klasse (zum Vergleich: In den staatlichen Schulen sitzen manchmal bis zu 120 Kinder in einer Klasse). Wir haben es einfach nicht übers Herz gebracht, Kinder, die in unmittelbarer Nähe zu unserer Schule wohnen, teilweise Geschwisterkinder, Kinder ohne Eltern, nach Hause zu schicken. Es ist wie bei einer Großfamilie – die paar mehr schaffen wir auch noch. Nächstes Jahr gibt es aber einen Aufnahmestopp.

Zwei Ideen die uns helfen

Ich möchte wieder einmal von zwei Ideen erzählen, die unserem Projekt geholfen haben bzw. immer noch helfen:

Eine liebe Kollegin aus der Wellnessbranche hatte sich vorgenommen, sobald ihre selbständige Berastungstätigkeit greift, würde sie einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkommens regelmäßig spenden. Nun, scheinbar laufen die Geschäfte, ich habe die erste Überweisung erhalten.

Danke an Emilie Billan.

Und noch eine süße Idee. Eine Dame hatte die Idee, zur Geburt eines Kindes in der Verwandtschaft eine Patenschaft zu schenken, ein schönes Dankeschön ans Leben eigentlich, denn es ist ja keineswegs selbstverständlich dass ein Kind gesund zur Welt kommt und in Liebe und Geborgenheit geboren wird.

Die Hütte für die Chai-Familie ist übrigens schon im Entstehen, danke an dieser Stelle an alle Spender, ihr seid wirklich wunderbar.

Ihnen allen eine schöne Zeit, passen Sie gut auf sich auf,

herzlichst

Gabi und Peter Vonwald

Nähere Infos unter: www.harambee.at

Spendenkonto: Für Österreich und EU

Vereinigte Volksbanken
Gabriela und Peter Vonwald
Projekt Kenia

BLZ:     42750
Konto: 356 6429 0000
BIC:     VBOEATWWBAD
IBAN:   AT59 4275 0356 6429 0000

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